Warum vegan?

Veganismus stellt keine Ernährungs-, sondern vielmehr eine Lebensweise dar, in der die Nutzung von tierischen Produkten konsequent abgelehnt wird. Sie geht weit über den Tellerrand hinaus und betrifft mehr als nur Lebensmittel.

Vegan lebende Menschen verzichten nicht nur auf Fleisch, FischMittlerweile besteht Konsens darüber, dass wenigstens echte Knochenfische über ein den Landwirbeltieren vergleichbares Schmerzempfinden verfügen.

Diese Leidensfähigkeit ist mittlerweile auch gesetzlich anerkannt. Die Zucht von Fisch verursacht erhebliches Leid für die Tiere, die Jagd auf Wildfisch schädigt die Umwelt und auch die Gesundheit des Konsumenten wird durch den Konsum von Meeresfrüchten gefährdet.
, EierWas vielen Vegetariern nicht bekannt ist: der Konsum von Eiern kostet in Deutschland jährlich 45 Millionen Küken den Tod. Der Grund? Das sogenannte sexen. Beim sexen werden frisch geschlüpfte Küken nach ihren Geschlechtern sortiert. Die männlichen Küken werden dabei ausgesondert und getötet. Sie sind unerwünschte Nebenprodukte und werden zerheckselt oder vergast - auch in der Bio-Eier-Zucht!

Denn die männlichen Küken sind nicht in der Lage, später einmal Eier zu legen. Da unterschiedliche Züchtungen für die Ei- und Fleischproduktion existieren, taugen die Männchen aus der Ei-Produktion auch nicht als „Masthähnchen“, da sie nicht darauf auslegt sind, möglichst schnell an Masse zuzulegen. Somit sind sie ein Abfallprodukt und müssen entsorgt werden. Dies betrifft auch Küken, die nicht in einem festgelegten Zeitraum geschlüpft sind, wobei beim Geschlecht nicht unterschieden wird.
, HonigKöniginnen, denen die Flügel gekürzt und die nach nur zwei Jahren bereits in der Regel aufgrund nachlassender Produktivität getötet werden sowie ausgeräucherte Bienenvölker (siehe „ethische Gründe“) sowie die Gesundheitsgefährdung des Verbrauchers (siehe „Gesundheitliche Gründe“) legen einen Verzicht auf Honig nahe, auch wenn es wenige Veganer gibt, die dennoch Honig konsumieren. "Honig-Veganer" sind allerdings eine absolute Minderheit. 
und MilchprodukteObwohl Käse in den seltensten Fällen vegetarisch ist – normalerweise enthält er als Gerinnungsmittel Lab aus Kälbermägen, das ist ein Enzymgemisch – mag kaum ein Vegetarier darauf verzichten. Deklariert werden muss das Lab auf der Verpackung nicht. Und selbst die seltenen Käsesorten, die auf das teurere, mikrobielle Lab zurückgeifen, sind alles andere als tierleidfrei.

Käse ist unter den Lebensmitteln einer der größten Klimakiller mit einer sehr schlechten CO2-Bilanz und der Konsum von Milchprodukten, einer fremden Muttermilch, übt sich negativ auf die menschliche Gesundheit aus.
, sondern tragen zudem keine LederLeder ist kein Abfallprodukt, sondern bei der Kalkulation fest eingeplant und eng an die Fleischproduktion und all dem damit verbundenem Leid gekoppelt. Außerdem schädigen die Gerbereien die Umwelt entsprechenden und Lederklamotten können bei direktem Hautkontakt die Gesundheit schädigen. 
bekleidung, SeideSeide besteht aus den Kokons von Raupen. Der Kokon wird aus Fäden produziert, die die Raupen in ihrem Maul bilden und dann schlaufenartig viele tausend Mal um den eigenen Körper wickeln. Sie werden dann mithilfe von Heißwasser oder Wasserdampf abgetötet, bevor sie schlüpfen, um zu verhindern, dass die Kokons zerrissen werden.

Der Kokon wird dann in einem Stück abgewickelt und kann zu Textilen verarbeitet werden. Für ein halbes Pfund Faden benötigen die Weber 3000 Kokons, was etwa einem Kilogramm entspricht. Unzählige Individuen sterben somit für den angeblich so feinen Stoff. 
oder WolleDer Großteil der Wolle stammt von „Schlachttieren“, deren Leben nach einem üblichen Tiertransport auch bei rauester Witterung auf engstem Raum in einem Schlachthof endet. Ein anderer Teil der Wolle stammt von extra für die Wollproduktion stark überzüchteten Tieren, die vor Wolle beinahe zusammenbrechen.

Letztere stehen häufig ohne jeden Unterstand und Schutz auf der Weide, wobei einige Tiere bei schlechter Witterung schonmal sterben. Sie werden ohne Betäubung kastriert und die Ohren gelocht. Ein besonderes Verbrechen an den Schafen stellt die als Mulesing in Australien beliebte Praxis dar, den Tieren am Hinterteil ohne Betäubung große Hautstücke herauszuschneiden, um Krankheiten vorzubeugen, obwohl dies nachgewiesenermaßen sogar wenig überraschend Infektionen und Parasiten fördert. Auch in Europa wird Wolle aus dieser Haltungsform verkauft, auch wenn einige Bekleidungsketten sie mittlerweile boykottieren.
. Bei KosmetikKosmetik enthält häufig Honig, Bienenwachs, Karmin (ein roter Farbstoff aus Läusen), Lanolin (Wollwachs) oder sogar Kaviar. Auch ein Produkt ohne tierische Bestandteile muss nicht vegan sein, da einzelne Inhaltsstoffe an Tieren getestet worden sein können. Im Internet finden sich Listen veganer Pflegeprodukte, die man in ganz normalen Läden kaufen kann.
a wird nicht nur auf die Inhaltsstoffe geachtet, sondern ebenso auf eine tierversuchJede Chemikalie, mit der wir in Berührung kommen können, muss zunächst getestet werden. Obwohl bereits tierfreundliche Alternativen existieren, nutzt man aus wirtschaftlichen Gründen weiterhin längst veraltete und als riskant bekannte Methoden, die immer wieder zu fatalen Auswirkungen beim Menschen führen und unzähligen Tieren einen qualvollen Tod bescheren. Besonders bei Kosmetik kann man jedoch ohne Schwierigkeiten auf Produkte ausweichen, für die nicht mehr getestet wird, um die Nachfrage nach weiterer Forschung nicht anzuregen. 
sfreie Herstellung. Warum beschäftigen sich Menschen so intensiv mit dem, was sie konsumieren? Warum vegan?

Zunächst existiert selbstverständlich nicht die eine oder gar die richtige vegane Lebensweise. Jeder zieht seine Grenzen selbst und was für den einen akzeptabel ist, geht für den anderen bereits zu weit. Soja Macchiato in einem Fast Food-Restaurant? Alte Lederschuhe auftragen oder direkt auf Vegetarian Shoes umsteigen? Von den Inhaltsstoffen her vegane Produkte eines Herstellers verwenden, der für andere Produkte Tierversuche durchführt oder Menschenrechte in fernen Ländern missachtet? Individuelle Fragen, die nicht pauschal beantwortet werden können. 

Trotz der unterschiedlichen Ansätze existiert eine Art Grundkonsens, mit dem die Mehrheit der vegan lebenden Menschen übereinstimmt, und es werden immer wieder ähnliche Gründe angegeben, weshalb man sich für diese auf den ersten Blick etwas aufwendigere Lebensweise entschieden hat. An dieser Stelle möchten wir daher auf die vier wichtigsten Gründe für vegane Ernährung verweisen: 

1. Ethische Gründe für vegane Lebensweise

2. Veganismus für Klima- und Umweltschutz

3. Warum Fleischkonsum den Welthunger fördert

4. Vegane Ernährung aus gesundheitlichen Gründen

 

Geschätzte Anzahl von Vegetariern und Veganern

Die Schätzungen über den gesellschaftlichen Anteil von Vegetariern und Veganern gehen sehr stark auseinander. Während der Vegetarierbund Deutschland von ca. 7 Millionen vegetarisch und 700.000 vegan lebenden Deutschen ausgeht, kommt die Heinrich-Böll-Stiftung hier lediglich auf 1,5 Millionen bzw. 80.000 Personen. Die größte Anzahl vegetarisch lebender Menschen findet man mit 375 Millionen in Indien vor, dies entspricht einem gesellschaftlichen Anteil von über 30%.



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